To Nat "King" Cole With Love
Maurice Hines To Nat „King\" Cole With Love Arbors ARCD 19323 Aus Jazz-puristischer Sicht wird man diese im März 2005 eingespielte CD als „kommerziell\" bezeichnen. Maurice Hines wird in einschlägiger Szene als hoch talentierter Schauspieler, Tänzer, Sänger, Regisseur und Choreograph gehandelt. Nach seinem vokalistischen Debüt beim Label Arbors („I\'ve Never Been In Love Before\", siehe JP 4/ 2001) legt er hier seinen Tribute an sein Idol und seinen Freund Nat King\' Cole vor mit 15 Titeln, die durch die-sen bekannt und auch zu Hits wurden: „Unforgettable\", „When I fall in love\", „Walkin\' my baby back home\", Get your kicks on Route 66\" seien als Bei-spiele genannt. Zugegeben, der Ge-sang von Maurice Hines katapultiert mich nicht gerade euphorisch aus dem Sessel, jedoch ist der Mann völlig intonationssicher, er zeigt auch entspre-chend der Stimmung und der Texte der Songs bemerkenswertes Gestaftungs-vermögen. Zudem bringt Hines ein beachtliches Swing-Feeling ein, was ja bei aller Kommerzialität von Nat „King\" Cotes Interpretationen doch stets ein wesentliches Element war. Und vor allem: Hines vermeidet jegliches Nat-„King\"-Cole-Imitat, bringt vielmehr eigenes Timbre und Ausdrucksspek-trum ins Geschehen. Hochrangige Musikerlnnen zählen zu Hines\' Beglei-tung: Aus der All-Women Big Band der Schlagzeugerin Sherrie Maricle- - diese sitzt auch hier an den Drums-kommen Jami Dauber und Tanya Darby, Trompete/Flügelhom, Lisa Par-rott, Baritonsaxophon, und Karolina Strassmayer, Altsaxophon-Flöte. In weiteren perfekten Begleiterrollen fin-den sich Ralph Lalama, Tenor-saxophon/Flöte, und WycIiHe Gordon, Posaune, die Gitarrenparts übernimmt vorwiegend Howard Alden, aber auch James Chirillo wird genannt. Als Bas-sisten wechseln sich Ben Brown und Bob Cranshaw ab, Frank Owens nimmt den Pianostuhl ein. Mit diesen Interpretinnen ist in jeder Hinsicht, auch mit einigen Solobeiträgen, die perfekte Begleitung des Vokalisten mit einem swingenden Background garan-tiert. Folgt man den Linemotes, erge-ben sich Differenzen zu den Beset-zungsangaben was einige Titel betrifft. Alle Nummern zeigen sich in wechsel-reichen, durchdachten Arrangements, sechs davon schrieb Tommy Newsom. Man tut den an diesen Aufnahmen Beteiligten gewiss kein Unrecht an, platziert man diese CD ins Fach Easy Listening mit Anspruch. Jazz Podium 10/2006, Gerhard Hopfe
