Dave Bennett Celebrates 100 Years of Benny
Benny with Special Guests: Dick Hyman and Bucky Pizzarelli
Bennett, Dave
Label/Verlag: ARBORS
15,95 EUR
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Celebrates 100 Years Of Benny
Arbors ARCD 19389
Benny Goodman hat in den 1930er Jah-ren nicht nur mit seinem Orchester und „Let's dance" eine immense Swing-Begeisterung ausgelöst. Mit seinen Klein-formationen in Trio- bis Septettbesetzungen schuf er gleichwohl Meilensteine und damit Allzeit-Beispielhaftes in der Jazzgeschichte, von ihm auch in späteren Jahren immer wieder zum Leben erweckt. Eine Vielzahl Jazzmusiker der swingenden Schiene haben seither diese Vorbilder der BG-Kleinformationen aufgegriffen und mit eigenen Ingredienzien kreativ inter-pretiert. Zum Geburtstag Goodmans, der sich am 30. Mai dieses Jahres zum 100. Mal jährt, legt hier der 1984 geborene amerikanische Klarinettist Dave Bennett sein Präsent zu gegebenem Anlass vor. Die zehn Titel erscheinen zum einen im Trio-Format mit zwei verschiedenen Besetzungen: Im Juni 2008 spielte Bennett vier Stücke mit Gitarrist Bucky Pizzarelli und Bassist Jerry Bruno ein, im dar-auf folgenden Juli drei Titel mit Pianist Dick Hyman und Drummer Ed Metz Jr. Zum anderen erscheinen drei Stücke, im November 2006 live aufgenommen, als Dave Bennetts „Tribute to Benny Goodman Sextet" mit Bill Meyer, Piano, lim Cooper, Vibraphon, Hugh Leal, Gitarre, Paul Keller, Bass, und Pete Siers, Drums. Die Titel erscheinen nicht in der beschrie-benen Reihenfolge, werden vielmehr untereinander gemischt, was dem Pro-gramm eine zusätzliche Farbe verleiht. Als absoluter BG-Adept hat Bennett, der das Klarinettenspiel schon als Kind erlernte und auch mit Sinfonieorchestern aufgetreten ist, das Spiel seines Idols intensiv verinnerlicht, ohne indes in eine reine Kopie zu verfallen. Zu bescheinigen ist ihm neben ausgeprägtem Swing-Feeling die sehr beachtenswerte handwerkli-che Beherrschung seiner Klarinette, vor-nehmlich im mittleren und tiefen Register geblasen, dazu intonationssicher und mit einfallsreichen improvisierten Passagen nicht geizend. Mit Hyman, Metz, Pizzarelli und Bruno hat Bennett auch in ihren Soloparts hochrangige Begleiter, mit deren perfektem rhythmischen Backgro-und nichts schief gehen kann. Dabei zeigt Metz, dass er auch auf Gene Krupas Spu-ren wandeln kann. Auch die Sextett-Stücke mit den wenig bekannten Musi-kern präsentieren eindrucksvolle Dichte im Ensemblespiel wie auch in Solobeiträ-gen, die erkennen lassen, dass es sich hierbei um mit instrumentaler Sicherheit agierende Sidemen handelt. Das Pro-gramm beinhaltet Stücke, die zu Benny Goodmans Standardrepertoire gehörten, startend mit „Benny's bugle" im Trio-For-mat mit Hyman und Metz und mit einem über 13-minütigen „Sing, sing, sing“ in ebendieser Besetzung und in einem eigen-willigen Arrangement als Finale. Eine CD, die den Youngster Dave Bennett stets mit „Benny in mind', aber auf erkennbar eigener Spur als zukunftsträch-tigen Jazzer facettenreich und überzeu-gend präsentiert.
Jazz Podium 5/2009, Gerhard Hopfe