Live At Beowulf


Art.Nr.:
AR 19308
Künstler
The Flip Phillips Quartet
EAN:
780941130829
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The Flip phillips Quartett Live AtThe Beowulf Arbors ARCD 19308 Als der Tenorsaxophonist Flip Phillips anno 1957 Pcmpano Beach, Florida, zu seinem endgültigen Wohnsitz gemacht hatte, suchte er dort nach Betätigungsfeldern. Indes, es sollten fast 20 Jahre vergehen, bis er im „Beo-L\'rUtf\" einen adäquaten Spielort fand, der bis zu seiner Schließung 1980 zu seinem Jazzdomizil wurde. Dabei wur-den zahlreiche Tonbandspulen mit Phillips\' Auttritten bespielt, und noch zu seinen Lebzeiten entschloss er sich, von diesem Material Ausschnitte zu veröffentlichen- Nunmehr gesche-hen mit dieser Doppel-CD, die Mit-schnitte vom Dezember 1977 bzw. Oktober 1978 enthalt, von Phillips selbst ausga,.vählt und rnit seiner Linernotes noch vor seinem Tod 2001 versehen. 12 bzw. 13 Titel mit insge-samt fast 140 Minuten Laufzeit lassen das überragende Format Phillips\', das er mehr als 60 Jahre und bis zu sei-nem Tod zeigte, noch einmal lebendig werden. Phillips\' Markenzeichen war sein voller runder, gleichwohl samtarti-ger Ton, dar besonders die Inspiration durch Ben Webster und Laster Young erkennen lässt, aber auch Coleman Ha:vkins nicht ausschließt. Sein For-mat zeigt sich bei Phillips zudem in seinem immensen Swing-Feeling, das sein Spiel dominiert und dem er stets allererste Bedeutung zumaß. Einmal gestartet, war sein nahezu ungebrem-star Ideenfluss sein weiteres Kennzei-chen. Alle diese Elemente kommen in diesen Aufnahmen zu Gehör. Seine Chorusse in den zahlreichen Up-Tempo-Nummern, wie in seinem „Bec-wulf blues\", „Whirly bird\" oder „I vrant to be happy\" geht Phillips mit schwerer Attack an, lagt dabei streckenweise Wahnsinnstempi vor. Seine Stärke war jedoch auch seine äußerst subtile Bal-:adengestaltung, wobei er ausgr: i-fende Geschichten auf seinem Instru-ment erzählen konnte, hier z. B. in „Sweat and lovely\", „I Ioves you, Porgy\" und natürlich „Body and soul\". Dass Phillips auch ein Meister auf der Bassklarinette war, findet auch heute noch viel zu wenig Beachtung. Sein Balladenspiel auf diesem Instrument führt er hier in den ersten Chorussen ven „Chloe\" vor, und auch .,A closer walk with thee\" startet mit einer länge-ren Passaga auf der Bassklarinette. Eine Überraschung sind die übrigen Mitglieder des Quartetts, offenbar aus Phillips\' regionalem Umfeld. Innerhalb der vielschichtigen Jazzszene so etwas wie No-Names, erweist sich die-ses Rhythmus-Tric als eine hoch-karätige Cre,.v - kein Wunder bei Phil-lips, der, stets selbst ein Perfektianist, auch an seine Mitstreiter entspre-chende Ansprüche stellte. Das Trio mit Pianist Tom Howard, den Bassisten John Rlason (1977er Aulnahmen) und Joe Reichgott (1978erTit21), so:aie Drummer Dort P:1cLean agiart in einer beispielhaften swingenden -Komplexität, die aufhorchen läßt. Uberdies lassen die Soloparts, die Phillips die-sen Musikern einräumt, deren hohen Standard erkennen, wobei sich Tom Howard mit weitgefasster swingender Stilistik besonders hervorhebt. Sein dezenter Einsatz eines E-Keyboards in einigen Stücken tut dem Ganzen kei-nen Abbruch, fügt sich vielmehr naht-los ins Konzept. Eine herausragende Edition von Arbors, die einmal mehr belegt, dass Flip Phillips zu Recht und uneingeschränkt ein Platz in der ersten Reihe überragender und unver-gessener Tenoristan in der Jazzhisto-rie gebührt. Gerhard Hopfe

 
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