Artistry
The John Sheridan Trio Artlstry\' Arbors ARCD 19278 Ein äußerst produktiver Musikar mit bislang zehn CDs unter eigenem Namen oder als Sideman allein beim Label Arbors präsentiert John Sheri-dan seine elfte Arbors-Scheibe dies-mal im Trio-Format und aufaenornmen im Oktober 2002. Sheridans CD-Ein-spielungen wie auch seine Live-Auf-tritte kennzeichnen ihn als Swing-ori-entierten Pianisten par excellence, der Teddy Wilson. Jess Stacy und Billy Kyle als seine v:esentlicwen Inspirato-ren nennt, aber auch an Stride- und Bebop-Pianisten nicht acht!cs vorüber gegangen ist. Ein Kennzeichen Sheri-dans ist sein leichter Anschlag, mit dem er jedoch einen encrmen Drive entwickelt. Ohne ausgesprochenes Powerplay seiner linken Hand schafft er mit dieser dennoch ein kompaktes rhythmisches Fundament, während seine Rechte in permanentem Fluss perlender Läufe ein reiches Ideen-spektrum entfaltet. Dass er gleichwohl über technische Perfektion venügt, muss nicht besonders hervorgehoben werden. Mit dieser CD präsentiert Sheridan ein Programm von zwölf Titeln, die sich bis auf wenige Ausnah-men in mittleren und Balladen-Ternpi bewegen; furiose, mit technischem Feuer,verk vorgetragene Stücke finden sich hier nicht. Dafür entfaltet Sheridan seine Brillanz ausgiebig in den über-wiegend langen Stücken der CD. So bringt diese eine vornehmlich kontem-plative Stimmung zu Gehör, ohne dabei Einförmigkeit aufkommen zu las-sen; spannungsreiche Passagen bestimmen Sheridans Spiel vom ersten bis zum letzten Takt. Seine Sidemen, Bassist David Stone und DrummerTony DeNicola agieren unspektakulär, jedoch mit kompakter Intensität. Sie zeigen ihr Format auch in Soloparis, „-jobei besonders David Stane hervorzuheben ist. Sein Duo-Spiel mit Sheridan - ohne Drums- in ,The folks who live on the hill\" ist bei-spielhaft. Das Repertoire der CD kommt mit weniger bekannten Titeln aus dem reichen Fundus des Great American Sangbock mit den Entste-hungsjahren von 1916 bis in die 1940er Jahre: „It´s been so long\" als Startnummer über z. B. „Wonder why „Ev\'rything I love\" und „I never knew\" bis zum Finale ,.Lets get away from it all\". Jchn Sheridan ist ein erstrangiger-kreativer. Svling-beseelter Jazzpianist, der seinen Weg auch als beachtlicher Arrangeur unbeirrt von allen „trendi-gen\" pianistischen Jazzderivaten geht -dafür legt er mit dieser CD ein weite-res Zeugnis ab. Gerhard Hopfe
